01.12.2007

War for talents - auf der Suche nach den Besten!

Der „Faktor Mensch“ – gelegentlich auch Humankapital genannt – hat seine entscheidende Bedeutung im modernen Unternehmen nicht verloren. Entsprechend wichtig ist es, bei Neueinstellungen keine Kompromisse zu machen, sondern die beste Wahl zu treffen.

Aber auch der Bewerber ist wählerischer und kritischer geworden. Die Zeiten, in denen ein Kandidat froh war, nahe dem Wohnort einen Job gefunden zu haben, sind weitgehend vorbei. Junge Leute sind mobiler. Qualität des Umfeldes (nicht nur geographisch) und persönlicher Eindruck vom suchenden Unternehmen werden zunehmend zum entscheidenden Faktor. Und der Unternehmer darf nicht davon ausgehen, dass jeder Bewerber sich freut und fast ungeprüft einen Vertrag unterschreibt, wenn er endlich ein Angebot bekommt.

Hier werden immer noch entscheidende Fehler gemacht. Beispiele: Ein interessanter Kandidat erzählt im Bewerbungsgespräch, dass er wechseln will, weil sein Arbeitgeber eine Reihe von anfangs gemachten Zusagen und Versprechungen nicht einhält, insbesondere solche, die den finanziellen Rahmen betreffen. Wie es dann um die Gehaltsfrage geht, geht der Unternehmer nicht auf die Wünsche des Bewerbers ein, sondern sagt ihm, dass nach der Probezeit eine interessante Perspektive bestehen würde, man dies jedoch nicht in den Vertrag aufnehmen möchte. Das Ergebnis ist vorhersehbar: Der Kandidat sieht das gleiche Problem auf sich zukommen, dem er gerade entrinnen möchte und sagt ab.

Weiterhin: Ein interessanter Kandidat bewirbt sich oder wird vom Personalberater empfohlen. Das Unternehmen reagiert nicht zeitgerecht (Dienstweg!). Der Bewerber bekommt ein schales Gefühl, wird mit hohem Einsatz weitersuchen und andere Angebote – vielleicht unkritischer – annehmen.

Oder die Tendenz vieler Entscheider, Bewerbungsgespräche „von oben herab“ zu führen. Man hört förmlich heraus, „dass der doch froh sein muss, bei uns arbeiten zu dürfen“. Das mag bei mittelmäßigen Leuten der Fall sein, jedoch nicht bei den Besten!

Gehen Sie davon aus, dass Sie sich auch in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit im Wettbewerb mit vielen anderen potentiellen Arbeitgebern befinden. Sensibilität ist gefragt, auch Zwischentöne müssen gehört werden, wenn nach den Wünschen und Bedürfnissen des Kandidaten gefragt wird. Diese Wünsche sind beileibe nicht immer und ausschließlich finanzieller Natur, wir wissen, dass Geld häufig nur einen kurzfristigen Anreiz bietet. Sie müssen dem Kandidaten genügend Gründe bieten, dass er bei Ihnen arbeiten will. Und diese Gründe sind klar darzulegen und eventuell auch verbindlich zuzusagen.       

Der Kampf um die Besten ist in vollem Gange. Wenn Sie sich dessen nicht bewusst sind, werden Sie ihn verlieren!

Alfred Speth
Geschäftsführender Gesellschafter