Die 10 „Todsünden“ bei Bewerbungen
1.Sogenannte „Rundschreiben“
Anschreiben und tabellarische Lebensläufe müssen individuell sein, sonst können Sie nicht auf die entsprechende Stelle eingehen. Zeugnisse müssen dagegen kopiert sein, verschicken Sie nie Zeugnisse im Original.
2.Aus einer Anzeige lesen, was nicht drinsteht – oder etwas hineininterpretieren
Erkennen Sie, was gefordert wird. Was in der Anzeige steht, ist auch so gemeint. Und was nicht drinsteht, wird in der Regel auch nicht verlangt! Gehen Sie auf die Anforderungen ein (Branche, Sprachen o.ä.) und verlangen Sie nicht, dass der Lesende sich die Einzelheiten mühsam aus den Unterlagen zusammensucht. Erfüllen Sie eindeutige „Muss“-Kriterien nicht, brauchen Sie sich auch nicht zu bewerben. Nur wenn durch Formulierungen wie „möglichst“ oder „vorzugsweise“ Kompromissbereitschaft signalisiert wird, können Sie sich bewerben, wenn die anderen Voraussetzungen erfüllt sind.
3. Sie passen nicht zur Position
Die angebotene Position muss zu Ihrem Werdegang passen. Das gilt für die Hierarchie-Ebene, die Aufgabe, vielleicht auch die Branche. Ihr Werdegang sollte eine nachvollziehbare Planung erkennen lassen, dann wird auch akzeptiert, wenn Sie sich für eine Stelle bewerben, die vielleicht höher angesiedelt ist als Ihre derzeitige.
4. Vergessene Zeugnisse
Alle beruflichen Stationen nach der Ausbildung sowie die Ausbildung selbst sollten lückenlos durch Zeugnisse dokumentiert sein. Auch ein nicht so gutes Zeugnis belegt zumindest, dass Sie beschäftigt waren. Unter Umständen fällt ein fehlendes Zeugnis eher auf als ein mäßiges. Und wenn Sie sich eine „Auszeit“ genommen haben, vielleicht, um im Ausland eine Sprache zu erlernen oder zu verbessern, so erläutern Sie dies.
5. Amateur - Bewerbungsfotos
Fügen Sie ein vom Profi gemachtes Pass-Foto bei. Es muss nicht farbig sein. Amateurfotos machen einen schlechten Eindruck. Der „Manager am Schreibtisch“ oder die „Schöne in der Natur“ ist für eine Bewerbung fast tödlich.
6. Negative Aussagen
Begründen Sie, warum Sie an einer ausgeschriebenen Stelle interessiert sind oder warum Sie Ihre bisherige Stelle verlassen wollen (oder verlassen haben). Vermeiden Sie auf jeden Fall negative Äußerungen über Ihren jetzigen oder frühere Arbeitgeber. Als Ausnahme kann allerdings gelten, dass Sie wegen fehlender Perspektive auf der Suche nach einer neuen Herausforderung sind.
7. „Geistreiche“ oder „originelle“ Formulierungen, Schachtelsätze, Übertreibungen
Den Leser interessieren vor allem Fakten. Formulieren Sie kurz und prägnant. Wenn der Personalchef Sätze mehrfach lesen muss, um den Sinn zu begreifen, haben Sie sich keinen guten Dienst getan. Vermeiden Sie in der Anrede ein zu lockeres „Hallo“ und im Schlusssatz Forderungen wie „bitte informieren Sie mich bis zum 10. ...“, niemand lässt sich gerne unter Druck setzen.
8.Vernachlässigung der äußeren Form
Benutzen Sie sauberes, weißes Papier. Schmutz oder Fettflecken dürfen auf keinen Fall erscheinen. Und stellen Sie sicher, dass auf der Bewerbungshülle hinten nicht noch das Preisschild klebt. Frankieren Sie ausreichend, Ihre Chancen sinken mit jedem Cent an Nachporto, den der Empfänger bezahlen muss. Denken Sie daran, dass das Anschreiben sowie der Lebenslauf unterschrieben sein müssen!
9. Rechtschreibfehler, auch Flüchtigkeitsfehler
Stellen Sie sicher, dass Anschreiben und Lebenslauf fehlerfrei sind (für die Zeugnisse können Sie nichts). Lassen Sie jemanden Korrektur lesen. In Zeiten des PC`s werden solche Nachlässigkeiten nicht mehr akzeptiert.
10. Unerreichbarkeit
Vergessen Sie nicht, die komplette Adresse, Telefonnummer (auch mobil) und ggf. die e-mail-Adresse anzugeben. Vielleicht möchte man Sie kurzfristig zu einem Gespräch einladen. Je einfacher Sie zu erreichen sind, desto größer ist die entsprechende Chance.
Alfred Speth
Geschäftsführender Gesellschafter
