Outplacement
Ein wirtschaftlich schwieriger werdendes Umfeld zwingt viele Unternehmen dazu, den Umfang ihrer Aktivitäten auf den Prüfstand zu stellen. Dabei zeigt sich oft, dass einzelne Aufgaben entfallen oder von Dritten übernommen werden können. Das Egebnis ist in beiden Fällen das gleiche: Man muss sich aus betrieblichen Gründen von Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern trennen.
Für den Mitarbeiter ist dies häufig ein traumatisches Erlebnis. Er versteht die Welt nicht mehr. Er hat sich nichts zuschulden kommen lassen. Er hat gute Arbeit geleistet. Und trotzdem möchte das Unternehmen sich von ihm trennen. Wenn die Entlassungen einen größeren Umfang annehmen, kann der Firma Imageverlust drohen. Und Kollegen fragen sich, wann sie an der Reihe sind – für diese eine demotivierende Situation. Die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens leidet.
Um die negativen Auswirkungen von Entlassungen abzuschwächen, helfen Arbeitgeber in zunehmendem Maße den Betroffenen mit dem Instrument der „Outplacement-Beratung“.
Dabei wird dem Arbeitnehmer, der gehen muss, von einem erfahrenen Outplacement-Berater Unterstützung bei der Bewältigung der Trennungssituation gegeben und ihm geholfen, eine neue Aufgabe zu finden.
Die Vorgehensweise der Anbieter ist sicherlich nicht immer gleich, sie umfasst jedoch in der Regel folgende Bausteine: Analyse des beruflicher Werdegangs. Ermitteln der persönlichen und fachlichen Stärken und Schwächen, vielleicht ergänzt durch einen berufsbezogenen Persönlichkeitstest. Darauf aufbauend Erarbeiten von beruflicher Zielsetzung und Alternativen. Suche nach Wegen in den Arbeitsmarkt (Direktkontakte, Insertion in Tageszeitungen oder Fachzeitschriften, Stellengesuche im Internet, gründliche und kritische Auswertung von Stellenanzeigen). Erstellung von professionellen Bewerbungsunterlagen. Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch oder auf Assessment-Centers.
Manchmal wird dem zu Betreuenden die Infrastruktur des Beratungsunternehmens zur Verfügung gestellt (Schreibdienst, Fax, Internet). Und der Berater wird seine Kontakte nutzen und im Kundenkreis auf den Stellensuchenden aufmerksam machen. Dies alles dient dazu, zum Betroffenen ein Vertauensverhältnis aufzubauen. Er soll das Gefühl haben, dass er in seiner schwierigen Situation nicht allein gelassen wird und dass alles getan wird, um ihm schnellstmöglich zu einer neuen Stelle zu verhelfen.
Teilweise werden auch Gruppen-Outplacements angeboten. Allgemein gültige Fragen (Art und Form der Bewerbung, mögliche Wege in den Arbeitsmarkt usw.) können sicherlich in der Gruppe behandelt werden, die individuelle Problematik des Einzelnen kommt jedoch vielfach zu kurz.
Was bringt ein Outplacement?
Der Betroffene spürt, dass sein bisheriger Arbeitgeber ihn nicht einfach fallen lässt, sondern ihm professionelle Hilfestellung zur Verfügung stellt. Das Unternehmen erfüllt seine moralische Pflicht gegenüber einem Mitarbeiter, der, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr gebraucht wird. Dies kann, als Nebeneffekt, auch eine positive, motivierende Wirkung auf die ehemaligen Kollegen des Ausgeschiedenen haben.
Alfred Speth
Geschäftsführender Gesellschafter
