Gelungene Anschreiben auf Stellenanzeigen
Bei einer schriftlichen Bewerbung erfüllt jeder Teil eine bestimmte Funktion: Der Lebenslauf enthält Bild und persönliche Daten, informiert über die beruflichen Stationen, über Aus- und Weiterbildung, EDV- und Sprachkenntnisse und eventuell über Hobbys. Idealerweise lässt sich auch der angestrebte berufliche Veränderungswunsch im Lebenslauf erkennen. Zeugnisse und Zertifikate berichten über die Qualifikation des Bewerbers und belegen gleichzeitig die Angaben im Lebenslauf. Zusammen ergibt das die Bewerbungsmappe, die im Idealfall den Kandidaten vollständig darstellt.
Wozu dann das Anschreiben? Im Grunde ist es Verbindungsstück zwischen Stellenanzeige und Bewerbungsmappe und enthält idealerweise nur die zur Überreichung der Mappe notwendigen Sätze. Sie sprechen die Kontaktperson an, wenn es eine gibt, und gehen konkret auf die Anzeige und den suchenden Betrieb ein. Ins Anschreiben gehört auch, weshalb man sich von der beschriebenen Aufgabe und dem genannten Profil angesprochen fühlt. Das können auch Querverweise zum Lebenslauf sein. Wenn gefragt, erwähnt man Verfügbarkeit und Gehalt. Und neben den formellen Aspekten ist auch persönlicher Stil erlaubt. Auf diese Weise wird jedes Anschreiben so individuell wie jede Stellenanzeige und damit eine sinnvolle Ergänzung zur Mappe.
Leider benutzen viele Bewerber das Anschreiben dazu, ihren Lebenslauf ein zweites Mal, diesmal ausformuliert, darzustellen und verzichten auf konkrete Bezüge zum Stellenangebot. Sie versenden eine Art Rundschreiben, passend auf alles und nichts, und überlassen dem Leser die Mühe zu erarbeiten, ob er als Kandidat in Frage kommt.
Ob er sich diese Mühe macht, ist fraglich. Denn es wird immer Mitbewerber geben, die diese Vorleistung selbst erbringen, damit als Kandidat leicht erkennbar sind und sicher zuerst die Möglichkeit bekommen, sich auch persönlich vorzustellen.
Helene Brauns
Coaching & Bewerberberatung
