Job versus Assignment – nur ein Wortspiel?
Mancher mag dies tatsächlich als Wortspiel ansehen. Trotzdem sei die Frage erlaubt: Welche Einstellung habe ich zu meiner Tätigkeit? Nach dem Pons, einem gängigen Wörterbuch, wird Job als „Arbeit“ oder „Stelle“ übersetzt, Assignment jedoch als „Aufgabe“, „Auftrag“, gar als „Mission“.
Gemeinhin wird heute fast jede Beschäftigung als „Job“ bezeichnet oder aufgefasst. Der Job ist die Arbeit, die man tun muss, um Geld zu verdienen, um sich und seine Familie zu ernähren, den Lebensstandard zu erhalten. Ein inneres Engagement ist nicht immer erkennbar, manchmal beschränkt sich die Tätigkeit sogar auf bloßes „Zeitabsitzen“. Ein Mitarbeiter, der „seinen Job tut“, kann durchaus gut sein, es besteht jedoch die Gefahr, dass ihm der notwendige Enthusiasmus für Spitzenleistungen fehlt.
Wenn ich meine Arbeit jedoch als „Aufgabe“ ansehe, werde ich sie höchstwahrscheinlich anders angehen. Das Ziel meines Handelns wird stärker im Vordergrund stehen. Ich beschäftige mich mit dem „warum“, dem „wie“, ich berücksichtige die Auswirkungen meines Tuns, bewerte dabei mögliche Ergebnisse, werde unterschiedliche Möglichkeiten – vielleicht sogar die Sinnhaftigkeit der Tätigkeit - kritisch hinterfragen. Ich gehe einfach mit anderem Engagement zu Werke.
Erkennbar wird die Einstellung eines Menschen zu seiner Tätigkeit häufig dadurch, dass sogenannte „Killer-Phrasen“ verwendet werden. Die Beispiele sind bekannt: „Das haben wir schon immer so gemacht“ oder „das haben wir schon ausprobiert, aber das geht nicht“. Hier erkennen Sie rasch, wie ein Mitarbeiter über den Sinn seiner Beschäftigung denkt. Er arbeitet fast gedankenlos, mit wenig Initiative, ohne Engagement. Und das ist leistungshemmend!
Wie kann man erreichen, dass der Mitarbeiter sein Tun als Assignment auffasst, nicht nur als Job? Der Schlüssel zum Erfolg sind umfangreiche Information sowie Anerkennung. Information über Zielsetzungen, den notwendigen Beitrag des Einzelnen, die Wichtigkeit einer Tätigkeit! Jeder im Räderwerk eines Betriebes muss wissen, wohin die Reise geht und was er dazu beitragen muss. Die alte Prämisse „nur ein informierter Mitarbeiter kann ein guter Mitarbeiter sein“, gilt mehr denn je. Information darf sich nicht auf gelegentliche Betriebsversammlungen beschränken. Jeder Vorgesetzte muss sich mit seinen Mitarbeitern auseinandersetzen, regelmäßige Gespräche führen, auch „Feedback“ über gute und weniger gute Leistung geben. Und er muss gerade gute Leistung als solche anerkennen und dies klar zum Ausdruck bringen. Dann besteht die Chance, dass sich jeder mit seiner Aufgabe identifiziert, engagiert arbeitet, eigene Ideen verwirklicht und dabei das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen verliert.
Fazit: Der Mitarbeiter muss eine positive Einstellung zu seiner Beschäftigung finden, die ihm hilft, sich zu engagieren. Der Vorgesetzte sollte über umfassende Information diese Einstellung fördern und gute Ergebnisse anerkennen. Wenn der Einzelne dadurch seine Tätigkeit als „Assignment“ ansieht, gewinnen alle dabei.
Alfred Speth
Geschäftsführender Gesellschafter
